Was ist Leishmaniose?


Vor dieser Krankheit, von der hauptsächlich Hunde betroffen sind, haben viele Menschen große Angst. Das muss nicht sein! Du musst nur bereit sein, Dich mit der Krankheit auseinanderzusetzen.

Wir haben hier einige Infos für Dich zusammengetragen.


Worum handelt es sich genau bei Leishmaniose?

  • ernstzunehmende, durch parasitäre Einzeller (Leishmanien) verursachte Krankheit
  • nicht heilbar, aber bei frühzeitiger Diagnose oft gut behandelbar ist
  • erkrankte Hunde können oft ein langes, glückliches Leben ohne Einschränkungen führen

 

Übertragungswege, Ursachen

  • am häufigsten durch den Stich infizierter Sandmücken (hauptsächlich im Mittelmeerraum, aber zunehmend auch in nördlicheren Regionen)
  • Studien, die eine Übertragung von Hund zu Hund oder gar zum Menschen belegen würden, konnten wir nicht finden

 

Ausbruch

  • eventuell lange Zeit ohne Anzeichen bleiben
  • Inkubationszeit von Monaten bis zu Jahren
  • Testergebnisse können falsch negativ ausfallen, d.h. der Titer ist sehr gering und gilt noch als negativ, obwohl der Hund infiziert ist

 

Symptome

  • Hautveränderungen: schuppige, kahle Stellen oft kreisrund um die Augen („Brillenbildung“), Ohrenränder oder Nase
  • Allgemeinbefinden: Müdigkeit, Gewichtsverlust trotz Appetit, Fieber
  • Organe: Lymphknotenschwellung, Nasenbluten
  • im fortgeschrittenen Stadium Nierenversagen (erhöhter Durst/Harnabsatz)

 

Diagnostik und Therapie

  • Diagnose meist über einen Bluttest auf Antikörper oder eine PCR sowie eine Eiweißelektrophorese (EEP)
  • Medikamentengabe, um die Vermehrung der Parasiten zu hemmen
  • Gabe der Medikamente oft lebenslang nötig
  • am häufigsten eingesetzte Medikamente: Allopurinol, Miltefosin, Glucantime
  • mittlerweile gibt es auch wirksame Naturheilmittel

 

Kosten

  • Erstbehandlung kann zwischen 400 € und 1000 € liegen
  • monatliche Medikamentenkosten betragen oft etwa 8 € bis 30 € plus regelmäßige Blutkontrolle
  • Ernährung: unter der Gabe von Allopurinol ist eine purinarme Diät wichtig, um Harnsteine zu vermeiden (wenig Innereien, Haut und Fisch)
  • mittlerweile gibt es schon spezielles Futter zu kaufen

 

Prävention

  • bei Reisen in Risikogebiete sollten Halsbänder und/oder Spot-ons gegen Sandmücken eingesetzt werden
  • den Hund in der Dämmerung im Haus halten
  • für weitere Infos wende Dich an Deinen Tierarzt


empfehlenswerte Lektüre

  • Angelika Henning, Leishmaniose beim Hund (>Klick hier<)

 

empfehlenswerte Plattformen im Internet

 

Fazit

Wenn bei Deinem Hund der Verdacht auf Leishmaniose besteht, suche Dir unbedingt einen Tierarzt, der Erfahrung mit dieser Krankheit hat. Ideal ist jemand, der regelmäßig Fortbildungen dazu besucht oder bereit ist, sich mit einem spezialisierten Tierarzt abzusprechen, um die Behandlung optimal zu planen.

Lass Dir immer alle Untersuchungsergebnisse aushändigen und bewahre sie in einem Ordner auf. So hast Du im Notfall – zum Beispiel in einer Tierklinik oder bei einem anderen Tierarzt – sofort alle wichtigen Unterlagen griffbereit, ohne sie erst anfordern zu müssen.

Denk daran: Du bezahlst die Untersuchungen und hast das Recht, alle Befunde wie Blutwerte, EEP oder andere Laborergebnisse als Kopie zu erhalten. Das ist wichtig, damit Dein Hund jederzeit bestmöglich versorgt werden kann.

Auch ein Leishmaniose-positiver Hund kann ein schönes Leben führen. Gib auch einem infizierten Hund eine Chance!