Geschichten...

Als Download gibts einen kleinen Bericht über den Besuch von Sonja H. zur Hilfe in der Perrera Villamalea im März 2013.

Sie hat ihre Erlebnisse vor Ort in Form eines Tagebuches aufgeschrieben.

Perrera-Tagebuch März 2013.pdf
PDF-Dokument [179.3 KB]

Mut zu einem Handicap-Hund

Die 7-beinige schlitzohrige Bande...

 

Mein/unser erster eigener Hund war unser "Hatschki" Dogan.
Eigentlich wollte ich nie einen Hund! Die beiden Jungs schon größer und in der Lage nicht mehr allein vor dem Kühlschrank zu verhungern und ich sah unsere Freizeit endlich wieder auf langen Motorradtouren inner- und außerhalb Europas.
Aber da war ein Flohmarkt -bei und für ein hiesiges Tierheim- und wenn man schon mal da war,
dann kann man sich ja so ein Tierheim auch gleich mal anschauen... wir hatten ja noch nie eins von innen gesehen.
Und da saß er! Ein kleiner Wolf! Ließ sich nicht locken, streckte uns den Hintern hin und machte irgendwie den Eindruck, dass er mit allem was um ihn geschah einfach abgeschlossen hatte. 

Mein GöGa und ich sahen uns an, beide betroffen, und wussten...
Also ab zum Infogespräch... Dogan hieß diese 57cmSH-Mini-Schäfi-Ausgabe, war 6 Jahre alt und Leishmaniose positiv.
Aha... jetzt google mal einer Leishmaniose! Die Horrorgeschichten treiben einem die Haare zu Berge.
Aber Dogan saß schon ewig dort, medizinisch unbewandert bin ich auch nicht und so kam es wie es kommen musste... wir trösteten uns mit dem Gedanken, dass wir dann nicht jährlich neue Reifen für unsere beiden Motorräder kaufen müssen,
adoptierten nach einer durchsurften Leishmaniose-Google-Nacht im Internet diesen dickschädeligen Husky-Mix

 

"Hatschki Dogan"


und ich meldete mich im Leishmaniose-Forum an.
http://www.leishmaniose-forum.com/
...ich kann dieses Forum jedem, der sich für MM-Krankheiten interessiert oder betroffen ist, nur wärmstens ans Herz legen... tolle Leute und immer hilfsbereit.

Nun, der kleine Wolf lebt inzwischen gefühlte "schon immer" bei uns und inzwischen auch ohne Allopurinol, aber er war der Grund mich mit Auslandstierschutz zu befassen, denn Dogan kam mit einem spanischen Pass.
Ein Katalane... stolz, über den Dingen stehend, freiheitsliebend, störrisch, sooo lieb und mit den allerschönsten dunkelbraunen Augen der Welt!

 

Ich durchstreifte neugierig das Net, machte mich klug und fiel aus allen Wolken,
denn auch ich gehörte zu der Menschheit, die sich nie Gedanken gemacht hatte und in dem irrigen Glauben lebte, dass Tierheime überall auf der Welt so funtionieren wie ich sie zu kennen glaubte.

Tja und je länger ich Infos sammelte, MM-Krankheiten studierte und Erfahrungsberichte las, umso öfter stolperte ich auf diverse Vermittlungsseiten... irgendwie tauchen die ja massenweise wie aus dem Nichts auf!
Aber ein zweiter Hund? Nö... eigentlich wollte ich ja ursprünglich überhaupt keinen.

Und da war er... der Tag der noch mehr ändern sollte.
Von verschiedenen Vermittlungsseiten glotzte mich ein ganz armes Schlunzeli an...
vom Rudel zusammengebissen in einem Refugio in Valencia, in einem erbarmungswürdigen Zustand
und dringend auf der Suche nach einer Stelle, sonst müsse er nach seiner Genesung wieder zurück ins Refugiorudel. 

                                                                                      

                                                                                          (Newland / Tierheim Valencia)


Schnell hab ich meinem GöGa eine Email geschrieben mit der Beschreibung und dem Pflegestellengesuch und zurück kam nur: "Mach, aber kauf eine gute Leine und leg 5 Kilo zu, wenn da mal ein Wind kommt, hebt der mit seinen großen Ohren samt Dir glatt ab!"
Also rief ich die Nummer an, die da stand... Oldenburg-Loll... lustiger Name. 
Aber da am anderen Ende war jemand ungemein sympathisches und hat mich mit Info zugeschossen.

Wer hätte damals gedacht, wie sich so einiges mit diesem Anruf verändern
und wie ich diese -- manchmal doch verrückte  -- Person, für das was sie ist und tut, bewundern würde.
Das war Mitte/Ende November 2009.
Das übliche Prozedere kennt jeder und nun sollte der arme Tropf also kommen... aber er kam nicht!
Eine Wundinfektion (seine Pobacke war bis unters Knie aufgerissen) verhinderte das Kastrieren und Impfen und der Bub kämpfte da in Spanien um sein Leben... und wir bibberten mit ihm mit.
Dann hatte er es gepackt -- Dank Gemma, seiner Pflegerin -- und nun musste nur noch ein Transport fahren.
Und es war Winter und aus verschiedenen Gründen wurde der Transport immer wieder verschoben...
aber wer von euch kennt das nicht? Auslandstierschutz bedeutet auch häufig sehr viel Geduld haben zu müssen.
Wir warteten also und endlich war es soweit! Anfang Februar 2010 humpelte Newland in unser Leben!
Jessas... was für ein lustiges Tier! Durchgeknallt, verrückt, temperamentvoll und furchtbar verschmust,
mit einer riesigen Narbe am rechten Hinterbeinchen und großen Narben an den Innenschenkeln.


Der Hatschki fand das erst mal gar nicht witzig, aber inzwischen hatte ich gelernt,
dass mein Dickschädel einfach eine Spur dicker sein musste als seiner und
Newland machte Gott sei Dank keinerlei Anstalten am Thron unseres "Erstgeborenen" zu rütteln. 

 

 

 

 

Und dann begann eine furchtbare Zeit... Newland humpelte und humpelte und humpelte.
Warum? Hier steht seine Geschichte...
http://www.behinderte-hunde-forum.de/showthread.php?t=6656

Ja... der Newland blieb. Wie könnte ich ihn je wieder hergeben, nachdem er mir 3 Tage und Nächte im Arm lag? Seidem habe ich viele Erfahrungen gemacht.  Immer wird der "aaarme Hund" bedauert oder noch besser...
er spengelt über die Felder und viele stellen erst fest, dass er hoppelt, wenn er langsam nebenher hüpft. Es ist immer wieder interessant, wenn Menschen ihn betrachten und verzweifelt die Beine zählen, ein erstauntes Gesicht machen und ich zurufe... "braucht nicht nochmal zählen... es sind wirklich nur 3!"
Oder supergenial auch immer wieder: "Jeeeh... der hat ja nur ein Bein!" - "Mist... jetzt sind uns noch 2 Beine abhanden gekommen!"
Die Erfahrung anderer 3bein-Besitzer konnte ich bis dato nicht machen.
Ich wurde nie als Tierquäler beschimpft oder musste mir blöde Sprüche anhören...
aber das dürfte sich auch keiner erlauben, ich habe das, was man hier "Hoor uff de Zähn" nennt und da kenne ich auch keine Verwandten.

Ich gebe zu, ich war verunsichert, ich hatte Angst.
Angst, dass ein Hund mit Handicap mit dem Laufpensum unseres Hatschkis nicht klar kommt.
Angst, dass etwas schief geht... Angst vor der 3beinigen Lebensqualität... Angst vor dem Unbekannten.

Das hat sich alles in Luft aufgelöst.
CaniCross läuft der Hatschki an der Leine... typisch Husky immer auf Zug und Newland hoppelt oder spengelt nebenher.
Mit dem Fahrrad wurde das Tempo zwar etwas langsamer, aber nicht weil der Newland nicht mithalten kann,
sondern weil ich Angst habe ihn eventuell zu überlasten.
Wir haben dem Newland sogar einen Fahrradanhänger gekauft, der nun verwaist seit über 2 Jahren in der Garage steht.
Und so bin ich eine eifrige Verfechterin von "Mut zum Handicap" geworden.
Es sind so unglaubliche, liebeswerte, tapfere Nasen und hier bei uns wird es immer wieder ein Handicap-Tier sein.
Egal ob krank wie Dogan oder körperlich behindert wie Newland...
Interessanterweise hat sich mein Umgang mit behinderten Menschen... Dank Newland... ebenfalls verändert.
Der Bub öffnet Türen zu einer Welt, die ich so nicht kennengelernt hätte.
Ja... jetzt wurde es eine Liebeserklärung...
klar, wir lieben alle unsere Fellnasen, aber der Newland ist für mich einfach etwas ganz besonderes...
er ist schlicht unglaublich. 

Manchmal mache ich mir Gedanken um die Zukunft.
Wird das verbliebene Hüftgelenk auf Jahre mit Newlands Temperament mithalten?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass vorzeitig eine Arthrose eintritt?
Die Fragen kann mir keiner beantworten, aber eins weiss ich...
wenn es kommen sollte, dann häng ich den Newland einfach in einen Hunderolli und weiter gehts...
frei nach dem Slogan "Mut zum Handicap... es geht fast alles, wenn man sich traut und darauf einlässt".

Ein tolles Mut-Mach-Forum sind übrigens die Handicap-Hunde!
http://www.behinderte-hunde-forum.de/index.php
Die dortigen Erfahrungen haben mir persönlich sehr viel Mut gemacht.

 

Liebe Grüßles,
Marion und die 7beinige schlitzohrige Bande


 

Mut zu einem blinden Hund!

Mein Hund Anka, ein Schäferhund-Collie-Mix, ist zu mir gekommen, weil ein Freund von mir gehört hat, daß das damals sechs Wochen alte Hundemädchen getötet werden sollte. Mein Freund brachte sie zu mir und sie blieb!
Sie war wie alle Hunde die ein richtiges Zuhause haben, verspielt und fröhlich.
Im Alter von ungefähr 5 Jahren stellte ich plötzlich eine Veränderung an den Augen fest. Es hatten sich Geschwüre gebildet. Diese bildeten sich zwar nach intensiver Behandlung zurück, aber sie schien schlechter sehen zu können.
Das machte auch mir ganz schön Angst. Tausend Fragen schossen mir durch den Kopf. Am meisten beschäftigte mich die Frage, wie soll das gehen wenn Anka ganz erblindet. Schon jetzt stieß sie überall an.
In meiner Verzweiflung bin ich dazu übergegangen zu warnen, wenn ein Hindernis kam. Ein Wort wurde für uns sehr wichtig. Anka lernte sehr schnell, das das Wort "aufpassen" zur Vorsicht riet.
Mit 7 Jahren war sie dann vollständig erblindet. Die Leute( selbst Hundebesitzer) rieten mir Anka einschläfern zu lassen. Allerdings kam das zu keiner Zeit für mich in Frage und das war auch gut so, denn sonst hätte ich nicht diese schönen Jahre mit einem tollen Hund gehabt.
Und was soll ich sagen,das Wort "aufpassen" wirkt immer noch. Anka lief und läuft auch heute noch ohne Leine, egal ob bekanntes oder fremdes Gelände.
Im Laufe der Jahre sind wir sehr vielen Menschen begegnet, die Anka staunend beobachteten."Die soll blind sein?"
Sie läuft sicher überall hin und nur wenn das Wort "aufpassen" ertönt, ändert sie die Richtung.
Ich habe bis heute noch nicht rausbekommen, wie sie das macht, Tatsache ist aber, dass sie nie wieder ein Hindernis über den Haufen gerannt hat.
Selbst heute meistert sie selbst unwegsame Gelände noch sicher.
Anka läuft nach wie vor ohne Leine. Sie ist zwischenzeitlich über 15 Jahre alt und ich habe keine Sekunde bereut, dass sie zu mir kam.

Auf Fragen der Leute, wie das Leben mit einem blinden Hund funktioniert, habe ich immer geantwortet:
Ich bin der Blindenhund meines blinden Hundes!

Doris

*Pflegestelle Nothunde La Mancha

 

Warum ich helfe!

 

Seit ich zwei Hunde aus Spanien adoptiert haben, weiß ich erst um das Elend der Tiere dort Bescheid!
Bis dahin glaubte ich, das Tierheime genauso funktionieren wie hier in Deutschland! Alles ist gut organisiert, sauber und ordentlich, reichlich Futter, ausreichende ärztliche Versorgung und genügend Geld für alle Not-"Felle"
Erst als ich mich im Internet über die Herkunft meiner Vierbeiner informiert habe, war ich fassungslos über den Zustand der Tierheime, die Unterbringung der Hunde, der miserablen Unterstützung durch die Bevölkerung und vor allem der zuständigen Gemeinden!
Das hätte ich so nicht erwartet!!! Als ich dann noch über Tötungsstationen las, war ich weit mehr als geschockt! Ich nahm mir fest vor, etwas zu unternehmen! Als erstes sortierte ich alles aus, was meinHaushalt doppelt und dreifach besaß, und dort unten in Spanien so dringend gebraucht wurde! Ich schnürte mein erstes großes Spendenpaket mit Wolldecken, Handtüchern, Leinen & Halsbändern, Näpfe, Futter und Leckerchen! Bereits auf dem Weg zur Post realisierte ich, das es ja nur eine kleine Menge war die ich schicken konnte; aber das noch so viele Hunde & Katzen Hilfe bräuchten! Ich fragte alle Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn. Wieder konnte ich einige Pakete packen und verschicken! Aber irgendwann hatten meine Bekannten auch keine Sachen mehr abzugeben. Sie hatten alle fleißig ihre Keller und Schränke geräumt und so entschloss ich mich, das Ganze etwas "professioneller" aufzuziehen!
Seitdem schalte ich mit aller Regelmäßigkeit Spendenaufrufe in unserem Städtischen Kleinanzeiger! Ich fahre zu Autohändlern und Schrottplätzen um das Verbandsmaterial aus den Erste-Hilfe-Kästen zu holen! In jedem Supermarkt, bei jedem Tierarzt und allen Futterhandlungen im Umkreis von mehreren Kilometern hänge ich leuchtend gelbe Zettel auf, auf denen steht:

SOS!!! Ich sammle für ein spanisches Tierheim:

Wolldecken, Transportboxen, Körbchen, Futterspenden, Medikamente, Verbandsmaterial und vieles mehr! Telefonnummer und Internetseite dabei und dann ganz dick unten drunter:
Ihre Spenden werden abgeholt!
Man muß es den Leuten einfach machen, dann hat man auch Erfolg!!!
Immer wenn eine unbekannte Nummer in meinem Display vom Handy leuchtet, hoffe ich eine Spende zu bekommen! Nachdem ein Termin abgemacht ist, hole ich die Sachen ab. Leider ist nicht alles zu gebrauchen was mir die Leute spenden.
Das Schlimmste, was ich mal abgeholt habe, waren verschimmelte Schaumstoffauflagen! Es wurde mir mit den Worten: "Für die Tiere wird´s wohl noch gut genug sein", übergeben! Manches was ich abhole, wandert direkt in die Mülltonne!
Zum Glück gibt´s auch Menschen die wirklich tolle Sachen spenden! Welche, die extra losfahren und Futter kaufen! Ich habe auch einmal eine alte Dame kennengelernt. Sie rief mich an und sagte: "Ich habe kaum Geld, beziehe nur eine kleine Rente. Helfen möchte ich trotzdem." Nun häkelt Sie aus Wollresten Hundemäntel!
Glauben Sie mir, ich hatte schon mehr als einmal ein Freudentränchen in den Augen. Beeindruckt von solch tollen Aktionen, oder einem vollem Kofferraum, gefüllt mit den tollsten Dingen.

Einige fragen mich warum ich mir die viele Arbeit mache?!

Denn es ist eine Menge Arbeit, diese ganze Spendensammelei! Hinfahren, abholen, versuchen die Leute aufklären, immer wieder Irrtümer und Missverständnisse ausräumen, und viele von den gespendeten Sachen waschen, bevor ich sie sortiere und ordentlich in Kartons verpacke.Dann heißt es Bulli mieten, die Kartons und Tüten aus dem Keller schleppen, verladen! Bis dann alles endlich Richtung Spanien geht, hat man schon viel, viel Zeit und Geld geopfert!

Die Antwort lautet:

Tolle, großartige Menschen habe ich dadurch kennen gelernt. Freundschaften sind entstanden und ich habe das Gefühl etwas bewegt und geschafft zu haben! Aber vor allem die Tiere in Spanien und die Menschen die vor Ort helfen, verdienen meinen Respekt und verdienen es unterstützt zu werden!!!

Mein Handy klingelt. Ich muß aufhören! Eine unbekannte Nummer! Hoffentlich eine Spende...

Danke & Gracias
an alle, die mich immer wieder unterstützen!

...auch im Namen der "spanischen Pfoten"!

 

Nicola M.

Einkaufen mit Nothunde-Bonus!
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